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Marketing
(engl. marketing: auf den Markt bringen, Vermarktung) bezeichnet die
Planung, Koordination und Kontrolle aller auf gegenwärtige und
zukünftige Absatzmärkte ausgerichteten Unternehmensaktivitäten mit
dem Zweck einer dauerhaften Befriedigung der Kundenbedürfnisse sowie
der Realisierung von komparativen Wettbewerbsvorteilen. Marketing
ist das Denken vom Markt her mit dem Ziel Kundenbeduerfnisse zu
erfassen oder zu erzeugen und zu befriedigen.
Sämtliche Aktivitäten und Maßnahmen, die diesem Ziel untergeordnet
sind, werden im Begriff "Marketing" zusammengefasst. Diese können je
nach Ansatz auch auf indirekt marktrelevante Bereiche eines
Unternehmens ausgeweitet werden. Marketing wird daher auch als
Unternehmensprozess verstanden, bei dem ein Unternehmen Absätze
planmäßig vorbereitet, durchführt und zukunftsorientiert sichert.
Marketing hat daher eine zentrale Funktion in der
Betriebswirtschaftslehre.
Zum Marketing gehört auch, neue Märkte zu erschließen und vorhandene
Märkte zu erweitern. Gängig ist der Begriff Marketing-Mix, eine
Aufstellung der einzelnen operativen Marketing-Maßnahmen in den
Aufgabenbereichen Preis, Produkt, Distribution und Kommunikation.
Fachleute, die in Organisationen Marketingfunktionen übernehmen,
werden in Anlehnung an den US-amerikanischen Sprachgebrauch als
Marketeers bezeichnet.
marketing vielfalt
Während in der Praxis das operative Verkaufen losgelöst von
strategischen Überlegungen stattfindet (hier geht es um
Tagesumsätze, neue Abschlüsse und Provisionen), ist Marketing die
übergeordnete "Vertriebstheorie" und "Unternehmensausrichtung"
dahinter.
Das bedeutet in erster Linie, dass ein Anbieter strategisch plant,
seine Leistungen am Markt zu verkaufen. Die Funktion der Vermarktung
lässt sich insofern vom Prozess des Marketing abgrenzen, als hierbei
eine Zielfunktion des Marketing im Groß- und Einzelhandel gemeint
ist.
Viele Branchen haben eigenständige Begriffsdefinitionen für an sich
theoretisch definierte Funktionsbegriffe entsprechend neu belegt.
In neueren Publikationen wird Marketing als Management komparativer
Konkurrenzvorteile unter Nutzung der Marketinginstrumente
verstanden. Unter komparativen Konkurrenzvorteilen (KKVs) versteht
man Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz, welche aus
Kundensicht wichtig und wahrnehmbar sind und aus Unternehmersicht
dauerhaft und ökonomisch sinnvoll realisiert werden müssen.
marketing historisch
Der Begriff „Marketing“ wurde erstmalig zwischen 1905 und 1920 an
US-amerikanischen Universitäten verwendet.
In Deutschland sprachen die Fachleute jedoch bis in die 1960er Jahre
von „Absatzwirtschaft“. Verkauf und Werbung stehen im Mittelpunkt
des absatzpolitischen Instrumentariums.
Eine Ausnahme bildet die Untersuchung von Stackelbergs aus dem Jahre
1939: Im Gegensatz zur damals vorherrschenden Preistheorie, welche
von Preis und Menge als alleinige Aktionsparameter von
Unternehmungen ausgeht, berücksichtigte er erstmalig
Qualitätsvariationen und Vertriebspolitik.
Die Einführung des heutigen Marketingbegriffes wurde vom Wandel der
Absatzmärkte begleitet, weg vom Verkäufermarkt, in dem der Verkäufer
aufgrund des Mangels an Gütern und Dienstleistungen Preise und
Konditionen weitgehend bestimmen kann, hin zu einem Käufermarkt, in
dem die Vielzahl an Wettbewerben immer mehr Kunden die Wahl
ermöglicht, ob sie das Angebot überhaupt annehmen.
Die Geburtsstunde des Marketings kam in Deutschland mit der
Erfindung des Backpulvers durch Dr. Oetker. Durch Massenwerbung
wurde dem Kunden erstmals ein Produkt angeboten, das ihm eine
Arbeitserleichterung verschaffte, von dem er aber bis dahin nicht
gewusst hatte, dass er es überhaupt brauchte. Da die
Weiterentwicklung durch Erfindungen neuer Produktvarianten immer
weiter voranschritt, reicht der Erfolg des Angebots bis in die
Gegenwart hinein.
Auf universitärer Ebene entwickelte sich Marketing Ende der
1960er/Anfang der 1970er Jahre durch den Aufbau des ersten Instituts
für Marketing durch Heribert Meffert an der Westfälischen
Wilhelms-Universität in Münster (Westfalen).